Hyper-V
Hyper-V Technologie
Microsoft Hyper-V™ ist eine leistungsfähige, serverbasierte Virtualisierungstechnologie für Hosts mit x64-Prozessoren. Auf einem einzigen Host können 32-Bit x86- sowie 64-Bit x64-Betriebssysteme (Windows, Linux etc.) gleichzeitig ablaufen. Als Gastbetriebssystem kommen sowohl Windows Server- und Windows Client- Betriebssysteme als auch Nicht-Windows-Betriebssysteme (x86- oder x64-basiert) wie zum Beispiel Linux in Betracht.
•Bei Microsoft Windows Server 2008 R2 Standard, Enterprise und Datacenter ist Hyper-V eine Serverrolle (sowohl für Server Core als auch die vollständige Installation). Diese lässt sich zusammen mit anderen Serverrollen von Windows Server 2008 R2 installieren.
•Microsoft Hyper-V Server 2008 R2 hingegen ist eine eigenständige Virtualisierungslösung auf Basis der Windows Server 2008 R2-Technologie und Hyper-V. Das Produkt enthält lediglich Virtualisierungskomponenten und bietet daher einen kleinen Footprint sowie minimalen Overhead. Beide Hyper-V-Virtualisierungsplattformen lassen sich zentral über Microsoft System Center verwalten. Diese Lösungen unterstützen die einheitliche Verwaltung von physischen und virtuellen Infrastrukturen, um die Kosten für den IT-Betrieb zu minimieren, die Anwendungsverfügbarkeit zu verbessern und Servicelevels zu steigern.
Einsatzszenarien
Hyper-V Server 2008 R2 und Windows Server 2008 R2 adressieren unterschiedliche Virtualisierungsanforderungen:
•Microsoft Hyper-V Server 2008 R2 ist eine kosteneffiziente Virtualisierungslösung. Mit Features wie Livemigration, der Unterstützung für bis zu 1 TB Host-Arbeitsspeicher und einem minimalen Footprint erhalten Unternehmen eine zuverlässige, optimierte Infrastruktur. Allerdings handelt es sich bei Hyper-V Server 2008 R2 um ein dediziertes Standalone-Produkt, das außer der Virtualisierung keine anderen Aufgaben wahrnehmen kann.
•Sind neben der Servervirtualisierung mittels Hyper-V weitere Serverrollen wie zum Beispiel Active Directory, Datei- und Druckserver, DNS und DHCP, Webserver etc. relevant, empfiehlt sich hingegen der Erwerb von Windows Server 2008 R2 Dasselbe gilt für Szenarien, in denen flexible, besonders kosteneffiziente Gastvirtualisierungsrechte von Bedeutung sind: Mit dem Kauf einer Windows Server 2008 R2-Lizenz erhalten Unternehmen auf dem lizenzierten Host eine freie virtuelle Instanz bei der Standard Edition, vier freie virtuelle Instanzen bei der Enterprise Edition sowie unbegrenzte virtuelle Instanzen bei der Datacenter Edition.
Hochverfügbarkeit
Hyper-V minimiert die Auswirkungen von geplanten und ungeplanten Ausfallzeiten für virtuelle Maschinen, die im SAN (Storage Area Network) gespeichert sind:
•Soll ein physischer Hyper-V-Host beispielsweise zu Wartungsarbeiten offline genommen werden, können die darauf laufenden virtuellen Maschinen mittels Live-Migration auf einen anderen Hyper-V-Host praktisch unterbrechungsfrei verschoben werden. Clients, die mit den virtuellen Maschinen verbunden sind arbeiten ohne Unterbrechung weiter.
•Um Auswirkungen aufgrund ungeplanter Downtime zu verhindern, steht bei Hyper-V die Quick-Migration bereit. Fällt der physische Host, auf dem virtuelle Maschinen laufen, plötzlich zum Beispiel durch einen Hardwaredefekt aus, werden die betroffenen virtuellen Maschinen automatisch auf einem anderen Serverknoten des Clusters wieder in Betrieb genommen.
Zusatzprodukte sind nicht erforderlich: Die für dieses Failover-Clustering erforderlichen Funktionen sind in Windows Server 2008 R2 Enterprise und Windows Server 2008 R2 Datacenter sowie in Hyper-V Server 2008 R2 bereits enthalten.
Performance
Da Hyper-V synthetische Gerätetreiber verwenden kann, sodass keine Softwareemulation der jeweiligen Hardwarekomponenten erforderlich ist, werden I/O-Zugriffe im Vergleich zu traditionellen Virtualisierungslösungen erheblich beschleunigt:
•Die optimale Performance erzielen Unternehmen mit Gästen wie z. B. Windows Server 2008 R2 und Windows 7, die in der Lage sind, synthetische Treiber beispielsweise für Netzwerk- und Speicheradapter zu verwenden. Synthetische Gerätetreiber sind eng an die Windows-APIs angelehnt. Dies gestattet es Hyper-V, I/O-Zugriffsanfragen von Gästen schnell und einfach in I/O-Zugriffsanfragen auf dem Host umzuwandeln.
•Über sogenannte Integrationskomponenten können auch Nicht-Windows-Betriebssysteme (wie Linux-Betriebssysteme) synthetische Gerätetreiber nutzen.
•Für Gäste, die über keine Integrationskomponenten verfügen, nimmt Hyper-V genauso wie andere traditionelle Virtualisierungslösungen eine Emulation der jeweiligen Geräte (etwa des Netzwerkadapters) vor. Somit lassen sich unter Hyper-V auch solche Betriebssysteme als Gast einsetzen, für die keine Integrationskomponenten zur Verfügung stehen.
SP1-Neuerungen
Das Service Pack 1 (SP1) für Windows Server 2008 R2 und Microsoft Hyper-V Server 2008 R2 führt wichtige Neuerungen ein, vor allem im Bereich der Virtualisierung:
•Dynamic Memory gestattet es, virtuelle Maschinen anstatt mit statischen Arbeitsspeichervorgaben mit dynamischen Minimal- und Maximalwerten zu versehen. Im laufenden Betrieb überwacht der Hyper-V-Host daraufhin, wie viel Arbeitsspeicher die betreffenden virtuellen Maschinen tatsächlich benötigen, und teilt diesen automatisch zu. Ungenutzter Arbeitsspeicher fällt dadurch automatisch an den Arbeitsspeicher-Pool des Hosts zurück, der diese Ressourcen dann für andere virtuelle Maschinen nutzen kann.
Dynamic Memory kann die Dichte der virtuellen Maschinen, die auf einem Hyper-V-Host laufen, je nach Nutzungscharakteristik deutlich erhöhen.
•RemoteFX erlaubt in Verbindung mit einer geeigneten Grafikkarte im Hyper-V-Host die Verwendung hardwarebeschleunigter Grafikausgaben in Remotedesktopverbindungen, etwa zur Wiedergabe von Silverlight- und Flash-Inhalten. Dazu führt RemoteFX die dafür erforderliche Berechnung von Grafikausgaben (das „Rendering“) zentral im Hyper-V-Host durch. RemoteFX gestattet die Wiedergabe umfangreicher grafischer Inhalte auch auf solchen Remotedesktopclients, deren Hardwareausstattung dafür nicht geeignet ist oder die lediglich entsprechende Thin-Client-Hardware verwenden.
Hinweis: RemoteFX benötigt eine leistungsfähige Grafikkarte im Hyper-V-Host. Des Weiteren müssen die Prozessoren des Hyper-V-Hosts die Funktion SLAT (Second Level Address Translation) beherrschen.